Prüfung

Die letzte Hürde

Am 14. August 1893 fand in Paris die erste Fahrprüfung weltweit statt. Um zu bestehen waren hauptsächlich Fahrkenntnisse und Fahrzeugwissen gefragt. Mittlerweile haben sich die Anforderungen der gestiegenen Verkehrsdichte angepasst. Insbesondere in den letzten 25 Jahren hat sich dabei viel verändert – angefangen von den verlängerten Prüfungszeiten bis hin zur Einführung der Probezeit. Aber so schlimm, wie sie oft geschildert wird, kann die Fahrprüfung dann auch nicht sein: Immerhin fährt ja doch der ein oder andere mit Führerschein herum ;-)

Bei den meisten Fahrerlaubnis-Klassen teilt sich die Prüfung in Theorie und Praxis. Du kannst die theoretische Prüfung frühestens drei Monate, die praktische frühestens einen Monat vor Erreichen des Mindestalters der jeweiligen Klasse ablegen. Ohne eine bestandene theoretische Prüfung darf keine praktische Prüfung gemacht werden!

Die für uns zuständige Prüfungsorganisation ist der TÜV. Dort findet also deine theoretische Prüfung statt und dort beginnt und endet normalerweise auch deine praktische Prüfungsfahrt.

EU-Führerschein im Kartenformat

Das wird geprüft

Die theoretische Prüfung findet nach dem »Multiple Choice«-Prinzip am Computer statt. Dabei hat jede Prüfungsfrage zwischen 2 und 5 Fehlerpunkten, je nach Relevanz des Themas. Die Fragen in der Prüfung entsprechen übrigens exakt denen aus den Übungsbögen, Lernen hilft also definitiv!

Nur die Zusammenstellung ist anders: Per Zufall wird nämlich vom Computer eine für dich individuelle Prüfung angelegt. Auch innerhalb der Fragen kann die Reihenfolge der Antworten etwas variieren.

In der praktischen Prüfung musst du schließlich laut § 17 FeV zeigen, dass du über die »im Verkehr erforderlichen technischen Kenntnisse« zum Führen eines Fahrzeugs und über »ausreichende Kenntnisse einer umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise verfügst sowie zu ihrer praktischen Anwendung fähig« bist.

Daraus leitet sich der »Curriculare Leitfaden« des Fahrlehrerverbandes ab – die so genannte Stufenausbildung. Die Zeiten der fünfminütigen Prüfungsfahrt »mal eben um den Block« ist also vorbei, selbst die Prüfungsdauer ist heute vorgeschrieben.

Angst vor der Führerscheinprüfung?

Wenn der entscheidende Tag naht, bekommen viele ein flaues Gefühl im Magen. Doch mit ein paar Tricks kann man dem gut entgegenwirken. Der wichtigste: Teile deinen Prüfungstermin nur den nötigsten Personen mit (Eltern oder Chef)! Je mehr Personen davon wissen, desto größer ist dein Erfolgsdruck – und das ist der entscheidende Faktor.

Der zweite Tipp knüpft deshalb auch direkt daran an: Relativiere die Wichtigkeit für dich. Es gibt weit Schlimmeres, als durch die Führerscheinprüfung zu fallen. Notfalls kannst du 14 Tage später wiederholen – und das so oft du willst (vergiss alles, was du über Idiotentest und Sperrfristen gehört hast).

Somit sieht das Ganze doch schon viel relaxter aus, oder? Eine gewisse Nervosität wird sich aber wohl trotzdem einstellen und das ist auch gut so. Sie steigert deine Aufmerksamkeit und die kannst du v. a. in der praktischen Prüfung gut gebrauchen. Deswegen nimm bitte auf keinen Fall irgendwelche Hausmittelchen (Baldrian & Co.) am Abend vorher. Es ist auch nicht dramatisch, wenn du mal etwas weniger schläfst, das ist ganz normal.

Speziell um die praktische Prüfung ranken sich die schlimmsten Horror-Stories. Meist von Leuten, die durchgefallen sind und logischerweise nie selbst schuld waren. Aber bitte verabschiede dich von dem Mythos des hinterlistigen Prüfers, der es nur darauf abgesehen hat, dich um deine Lorbeeren zu bringen – der gute Mann (oder die gute Frau) hat sicher Besseres zu tun, als sich einen Tag vorher die schwerste Prüfungsstrecke für dich auszusuchen. Außerdem dürfen während der Prüfungsfahrt keine »Fallen« gestellt werden, die ein Fehlverhalten von dir erzwingen.

Eines ist übrigens sicher: Du wirst einen Fehler machen. Vielleicht sogar mehrere. Abhaken! Die fehlerfreie Fahrt gibt es nicht und erfahrungsgemäß passiert der entscheidende Fehler oft dann, wenn man über den letzten nachdenkt.

Versuche auch nicht in der Prüfung besonders vorsichtig mit übertriebenen Schulterblicken o. ä. zu fahren, der Schuss geht nach hinten los. Am besten du fährst einfach wie immer, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Wenn wir nicht überzeugt davon wären, dass du es schaffen kannst, hätten wir dich nicht zur Prüfung vorgestellt!

Am Prüfungstag:

  • Pünktlich sein

    Besser eine halbe Stunde zu früh als 5 Minuten zu spät. Das erspart Hektik, Stress und Nervosität.

  • Nichts vergessen

    Denke an deinen Personalausweis (oder Reisepass). Als Brillenträger Brille oder Kontaktlinsen einpacken!

  • Handy »aus«

    Auch der Vibrationsalarm kann dich im entscheidenden Moment ablenken.

© de Clerk – Fahrschule in Forchheim